| Oscherslebener SC - 1. FC Lok Stendal 12.06.2010 |
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| Samstag, 12. Juni 2010 | |
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Verbandsliga Sachsen-Anhalt, 12.06.2010 (116 Zuschauer) Selbst nach Beginn der Weltmeisterschaft in Südafrika kann man hierzulande noch immer Fußball so richtig mit Bratwurst und Bier live am Spielfeldrand verfolgen. So geschehen am heutigen Sonnabend in Oschersleben bei der Partie gegen Lok Stendal.
Die 20.000 Einwohner zählende Stadt Oschersleben liegt ca. 35 Kilometer südwestlich von Magdeburg, somit auch für uns Braunschweiger nur ein Katzensprung. Wer Oschersleben hört denkt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zuerst an die Motorsport Arena und nicht an den Fußballverein Oscherslebener SC. Das mag auf den ersten Blick auch in Ordnung gehen da die Rennstrecke die drittgrößte ihrer Art in Deutschland ist aber auch der kleine OSC hat eine Menge zu bieten. So stieg man in der vergangenen Saison aus der Nordstaffel der Landesliga Sachsen-Anhalt auf in die eingleisige Verbandsliga Sachsen-Anhalt. Zu DDR-Zeiten brachte man es in der Saison 1972/73 sogar auf eine Spielzeit in der DDR-Liga, der zweithöchsten Liga der damaligen Zeit. Danach ging es allerdings stetig bergab. Nun befindet sich der Klub scheinbar wieder auf Kurs. Grund genug ihm einen neunzig minütigen Besuch abzustatten.
Nach einer recht kurzweiligen Fahrt über die A2 und anschließende Bundesstraßen wurde das Jahnstadion in Oschersleben eine gute halbe Stunde vor Beginn der letzten Partie der Saison erreicht. Die Spielstätte ist fast am Ortseingang auf der linken Straßenseite gelegen und ist eigentlich nicht zu übersehen. Dennoch gelang mir das Kunststück an der kleinen Einfahrt vorbei zu rauschen. Also kurz auf dem Nachbargrundstück gewendet und über den Bürgersteig zurück zur Einfahrt. Geht doch.
Am Kassenhäuschen bekam man für seine fünf Euro eine Eintrittskarte Marke Freibad Castrop-Rauxel überreicht. Wenigstens bekam man auf Nachfrage noch ein sechs Seiten starkes Programmheftchen ausgehändigt. Der Hunger und Durst trieb uns sogleich an die Verpflegungsbude am hinteren Ende der Geraden. Hier konnte man zu wirklich humanen Preisen Schlemmen. Nachdem ich ein Alster und eine Bockwurst geordert hatte wurde ich gefragt ob ich meine Eintrittskarte noch hätte. Komisch dachte ich noch so, darf man hier nur als Kartenbesitzer kaufen oder was hätte dann wohl die Laus gemacht? Bier und Pommes auf Presseausweis vielleicht? Fragen über Fragen aber des Rätsels Lösung war recht simpel. Der Vorstand hatte sich für den bereits geschafften Klassenerhalt ein kleines Schmankerl in Form von einem Freigetränk pro Zuschauer ausgedacht und dieses sollte mit der Eintrittskarte abgerechnet werden. Das Problem daran war allerdings das diese Aktion nirgends publik gemacht wurde und so machte die nette Frau in der Holzbude die Gäste darauf aufmerksam. Wenn die Eintrittskarte eher hübscher Natur gewesen wäre hätte mich diese Aktion in tiefe Gewissenskonflikte getrieben. Karte behalten und Alster bezahlen oder Karte weg und Alster for gratis. Da es sich aber um eine schnöde Abreißkarte von der Rolle handelte wurde ohne zu zögern getauscht. Danke für das Freigetränk.
Ich hatte mich gerade gesetzt und das Programmheft zur Hand genommen da fiel mir fast die Bockwurst aus dem Gesicht. Wer sollte da bei den Gästen auf der Trainerbank sitzen, Wolfgang Sandhowe? Wenn ich den Namen höre klappen sich mir noch heute die Fußnägel hoch. Da hat es unser ehemaliger Startrainer wirklich noch zu etwas gebracht nachdem er bei uns trotz großer Reden gescheitert war. Laut Medienberichten sollen aber seine Tage auch in Stendal gezählt sein. Es geht wie so oft ums liebe Geld.
Mit Beginn der Partie, der Anpfiff hatte sich einige Minuten durch eine Vielzahl an Verabschiedungen verzögert, positionierte man sich direkt hinter dem Trainerstuhl Sandhowes und man sollte nicht enttäuscht werden. Immer wieder kommentierte er die Fehlleistungen seiner Akteure mit bissigen Kommentaren quer übers Spielfeld. Das Spiel war gerade ein paar Minuten alt, passiert war noch nichts, da schlenderte eine Besatzung des „gelben Flitzers“ auf uns zu. Die Überraschung war groß aber so ist das halt wenn nicht mehr in allzu vielen Ligen um Punkte gekämpft wird. Da beide Mannschaften im gesicherten Mittelfeld der Tabelle rangieren nahm das Spiel den erwarteten Verlauf. Sommerfußball pur eben. Bis zum Pausenpfiff gab es eine einzige nennenswerte Aktion die so etwas wie Torgefahr heraufbeschwor doch auch diese Aktion der Gastgeber wurde von der sicher stehenden Stendaler Abwehr zunichte gemacht. Die zweite Hälfte konnte einfach nur besser werden. Wurde sie leider nur phasenweise und so beschränke ich mich auf die Tore. Obwohl die Gäste aus der Altmark über weite Strecken die optisch überlegene Mannschaft stellten fielen die beiden Tore für Stendal bezeichnenderweise jeweils nach Kontern (59./74.). Mit diesem Doppelschlag innerhalb von nur einer Viertelstunde war den Gastgebern der Gar ausgemacht worden. Oschersleben war merklich die Lust vergangen hier noch einmal die Ärmel hoch zu krempeln um sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen. Drei Minuten vor dem Ende fiel wie aus dem Nichts doch noch der Anschlusstreffer aber dabei sollte es auch bleiben. Kurz darauf war Schluss.
Wir verabschiedeten uns von Baller-Uwe samt seinen beiden Mitstreitern und machten relativ fix die Biege um uns beim Discounter um die Ecke noch mit dem Nötigsten fürs Wochenende einzudecken.
Als ich dabei war diesen Bericht in die Tasten zu hausen stieß ich auf eine Meldung dass das Spiel nachträglich in ein 3:0 für Oschersleben umgewandelt worden wäre. Der Grund dafür war ein fehlerhaft ausgefüllter Spielberichtsbogen der Gäste. Der Fehler sei schon zur Halbzeitpause aufgefallen was zur Folge hatte das die Partie zu diesem Zeitpunkt schon entschieden war. Genau wie die Punkte so ist auch der Trainer der Stendaler inzwischen weg, Wolfgang Sandhowe trainiert seit kurzem die Zweite des 1. FC Magdeburg.
Ohne Worte und Gewähr.
Essen: Bier/Alster 1,50 Cola u. Co 1,50 Wasser 1,- Kaffee 1,- Kümmerling 1,-
Getränke: Bockwurst/Schmorwurst mit Brot 1,50 Boulette mit Brot 1,50 Pommes 1,- Fischbrötchen 1,50 zu den Bildern
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