| Ungarn - Deutschland 29.05.2010 |
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| Samstag, 29. Mai 2010 | |
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Testspiel in Budapest, 29.05.2010 (14.000 Zuschauer) Lange Zeit hatte man eine Autofahrt ins ungarische Budapest anvisiert als aber mit Jan Bauer ein potenzieller Fahrer und noch viel wichtiger der mutmaßliche Autobereitsteller wegbrach wurde kurzerhand auf den Flieger umgebucht.
Nachdem am Freitag brav bis 14:00 Uhr gebuckelt wurde ging es noch einmal kurz nach Hause um ein paar Sachen für die nächsten Tage zu packen. Auf den letzten Drücker wurde im Internet noch eine Abstellmöglichkeit für meinen Wagen gebucht. Normalerweise hätte ich das Auto in Langenhagen abgestellt und wäre mit Bus oder Bahn zum Terminal gefahren aber da wir am Montagabend erst gegen Mitternacht wieder landen sollten und es zu dieser Uhrzeit schlecht mit Öffis aussieht musste halt auf die mit 26 Euro zu Buche schlagende Park+Shuttle Variante zurückgegriffen werden. Bei zwei weiteren Mitreisenden durchaus noch zu verschmerzen.
So machte man sich also zu dritt gegen 16:45 Uhr auf den Weg nach Langenhagen. Im Radio hatte ich von einem drei Kilometer langen Stau ab Braunschweig-Nord in Fahrtrichtung Peine gehört. Klar dass wir deswegen den Schlenker über Watenbüttel gern in Kauf nahmen. Dumm nur das wir uns direkt, nachdem wir auf die A392 gefahren waren, im nächsten Stau hinten anstellen durften. Schöne Scheiße. Die Minuten verrannen wie nichts Gutes und wirklich vorwärts ging es auch nicht. Die Nervosität bei allen Beteiligten stieg merklich. Kurz vor dem Abzweig nach Ölper drehten diverse Autos. Man beachte das wir uns noch immer auf der Autobahn befanden allerdings fehlt in diesem Bereich die Mittelleitplanke. Als direkt vor uns auch ein Bus mit der Aufschrift „Airport Hopper“ sein Wendemanöver einleitete zogen wir kurzerhand nach. Der Knabe wird das sicher nicht zum ersten Mal machen war der Tenor im Wagen. Also hinterher. So ging es zurück über die A392 und A391 bis zur Anschlussstelle Lehndorf. Man war quasi fast wieder vor der eigenen Haustür gelandet und das nach einer Stunde Fahrzeit. Super Sache. Nun ging es von Lehndorf über Wendeburg und Co bis zur Auffahrt Peine. Die ganze Zeit im Schlepptau des Airport Hoppers. Die eigentliche Ankunftszeit in Langenhagen von 18 Uhr wurde schlussendlich um eine halbe Stunde verfehlt. Nachdem auch unser Shuttlefahrer eingetrudelt war konnte erst einmal tief durchgeatmet werden.
Am Airport angekommen wurden vor dem Durchschreiten der Sicherheitsschleuse die letzten Wolters vertilgt. Direkt hinter uns hatte sich eine Gruppe aus „Hannoi and Friends“ niedergelassen und bilanzierte ganz schlau das heute sicher auch ein paar Braunschweiger ab Langenhagen fliegen würden. Respekt für so viel Auffassungsgabe das aber direkt vor ihrer Nase ein Teil der Braunschweiger Reisedelegation gerade die Tour einläutete ging den Jungs nicht auf. War wahrscheinlich auch besser so. Fast schon auf den letzten Drücker ließ man gekonnt lässig die Sicherheitskontrollen über sich ergehen um ernüchtert feststellen zu müssen das es vor Betreten der Maschine keine Biere mehr geben sollte. Die einzige Möglichkeit wäre ein gezapftes Hefeweizen für rund fünf Euro gewesen. Nein danke, so groß war der Durst dann doch nicht das man den Halsabschneidern seine sauer verdiente Kohle in den Rachen hätte werfen müssen.
Nachdem sich unser Flieger fast pünktlich in die Lüfte erhoben hatte dauerte es eine Ewigkeit bis das Bordpersonal seinen Dienst aufnahm. Nicht sehr professionell zumal man langsam aber sicher am verdursten war. So wurden dann als die männliche Saftschubse endlich bei uns angekommen war gleich zwei kleine Biere auf einen Schlag geordert. Kurz darauf setzte unser Vogel auch schon wieder zum Sinkflug auf Budapest an. Da wir außer unserem Handgepäck nichts dabei hatten konnte der Flughafen sehr zeitnah wieder verlassen werden. Natürlich nicht ohne etwas Bargeld aus dem Automaten gezogen zu haben aber dazu später mehr. Aufgrund allzu langer Schlangen am zentralen Taxistand wurde das Taxi als Beförderungsmittel recht schnell verworfen. Stattdessen fuhr man mit der Bimmelbahn bis zum Bahnhof Nyugati pályaudvar. Auch bekannt als Westbahnhof. Die Fahrt mit dem Vorortzug dauerte gute 25 Minuten und kostete nur einen Bruchteil dessen womit ein Taxi zu Buche geschlagen hätte. Unser Ziel war aber der Bahnhof Keleti pályaudvar, zu Deutsch Ostbahnhof. Den Weg zwischen den beiden Bahnhöfen wollte man eigentlich in der Metro zurücklegen. Dumm nur das unser Versuch eine Mehrtageskarte zu kaufen am nicht vorhandenen Kleingeld scheiterte. Scheine schluckte der Fahrkartenautomat nicht und besetzte Schalter hatten um 22 Uhr schon dicht gemacht. Mittlerweile war es draußen schon stockdunkel geworden und manch zwielichtige Gestalt schlich am Bahnhof herum. Was also tun nachdem uns niemand unsere Scheinchen klein machen wollte? Letzte Möglichkeit Taxi. Also zum erstbesten seriös wirkenden Taxi gedackelt und nach dem Preis gefragt. Der Festpreis von rund acht Euro erschien uns als akzeptabel, zumal wir noch immer zu dritt waren und endlich an unserer jeweiligen Unterkunft ankommen wollten. Die Fahrt dauerte allerdings gerade einmal fünf Minuten und man begann langsam an der Seriosität des Fahrers zu zweifeln. Die aufgekommenen Zweifel sollten sich später im Hotel, als man endlich eine Stadtkarte sein eigen nennen durfte, als durchaus begründet herausstellen. Wenigstens waren wir endlich angekommen. Nachdem die Melse und ich ins Hotel Atlantic eingecheckt hatten und auch der Läusemeier sein Nobelhostel bezogen hatte stürzte man sich kurzerhand ins Budapester Nachtleben.
Da man nicht gleich auf Anhieb eine Pinte ausfindig machen konnte wurden kurzerhand ein paar Biere im noch geöffneten Minimarkt erstanden. So bestückt ließ man sich auf einer Parkbank am Blaha Lujza-Platz nieder. Man konnte nur Bauklötze staunen wie viele junge Leute hier noch unterwegs waren. Fast im Minutentakt fuhren Busse und Straßenbahnen vor und spuckten junge partyhungrige Menschen aus. Nach ein paar einheimischen Bierchen und ersten Eindrücken der Stadt ging es weit nach Mitternacht zurück zum Hotel und man sank schließlich todmüde zu Bett.
Den Spieltag ließ man relativ ruhig angehen. Nach dem Frühstück machte man sich erst einmal auf zum nächsten Supermarkt um die nötigsten Sachen für die nächsten Tage einzukaufen. Nachdem dies erledigt war traf man sich mit der Laus zum ersten Teil des Kulturprogramms. Da wir noch immer nicht im Besitz einer Tageskarte waren brach man zu Fuß auf. Erstes Etappenziel war das Donauufer nebst Gellértberg samt Zitadelle und Freiheitsstatue. Nachdem die Donau überquert und die ersten Fotos im Kasten waren hatten wir uns eine erste Pause redlich verdient. So ließ man sich bei strahlendem Sonnenschein auf einer Parkbank mit direktem Blick auf das Elisabeth von Österreich-Ungarn-Denkmal nieder. Na dann mal Prost Sissi. Frisch gestärkt führte uns unser Weg weiter entlang der Donau. Links das Budaer Burgviertel und rechts auf der Pester Seite der Hauptbau der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität. Geradewegs zu auf das Wahrzeichen Budapests, die Kettenbrücke. Die aus dem Jahre 1849 stammende Hängebrücke verbindet den Roosevelt-Platz auf Pester Seite mit dem Adam-Clark-Platz vor dem Budaer Burgberg. Diese zu überqueren gehört quasi zum Pflichtprogramm eines jeden Budapest-Touris, so auch für uns. Wieder auf Pester Seite ging es über die Andrássy út, vorbei am Opernhaus langsam wieder Richtung Hotel. Unterwegs wurde ein ausgedehnter Boxenstopp beim Dönerman unseres Vertrauens eingelegt. Hier wurden meinerseits gleich zwei Pita verdrückt. Teile der zweiten Braunschweiger Reisegruppe wären sicher stolz auf mich gewesen.
Wieder am Blaha Lujza-Platz angekommen trennten sich unsere Wege für kurze Zeit, schließlich musste das Outfit länderspielgerecht angepasst werden. Gegen halb vier traf man sich wieder mit der Laus am Keleti-Bahnhof. Direkt hinter dem Bahnhof liegt das Ferenc-Puskás-Stadion, ehemals Nepstadion. Wie schon den ganzen Tag war man weiter zu Fuß unterwegs und so zog sich der Weg bis zum Gästesektor wie Kaugummi. Klar hatten wir noch rund vier Stunden Zeit bis zum Anpfiff des Spiels aber zum einen wollten unsere Voucher noch gegen echte Tickets getauscht werden und zum anderen hatte man noch ein Drittligaspiel um 17 Uhr im Süden der Stadt in Csepel im Visier.. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte man das riesige Areal halb umrundet und stand endlich vor dem Eingang zum Gästeparkplatz. Die Zeiger meiner Uhr standen irgendwo bei kurz vor halb fünf. Das Drittligaspiel war bereits in weite Ferne gerückt, da begann der megawichtige Fanclubmokel am Eingangstor uns sprichwörtlich auf den Zeiger zu gehen. Ja reicht es denn nicht dass man sich verbal als Deutscher zu erkennen gab? Ja reicht es denn nicht wenn man ihm seinen Voucher unter die Nase hält? Nein der wollte tatsächlich auch noch unsere Ausweise begutachten. Völlig genervt wurden dem „Hans Wurst“ noch ein paar nette Worte an den Kopf geworfen was Mr. Wichtig zu der Aussage hinreißen ließ „Sie müssen ja nicht nach Budapest reisen“. Andersherum wird ein Schuh draus Kollege. Wir Müssen! Du brauchst nicht! Nachdem diese unerwartete Hürde gemeistert war konnten die Voucher bei einer weder Deutsch noch Englisch sprechenden Tante in einem eigens aufgestellten Container gegen richtige Eintrittskarten getauscht werden.
Etwas gefrustet ob des nun nicht mehr realisierbaren Drittligakicks machte man sich auf die Suche nach einer für unsere Ansprüche ausreichende Kaschemme. Zwei Straßen weiter wurde man bereits fündig und so verbrachte man die verbleibenden Stunden bis zum Anpfiff der Partie bei äußerst günstigen Bieren und einigem Schabernack. Es wird sogar gemunkelt das ich zeitweise meinen Kopf verloren haben soll aber das natürlich nur auf einer Karikatur meiner eins auf einem Bierdeckel. Damit wäre auch das Thema durch.
Nun aber genug zu dem Thema, Fußball wurde tatsächlich auch noch gespielt. Die Löw-Schützlinge erwischten auch ohne die im Regenerationstrainingslager gebliebenen Lahm und Schweinsteiger einen Traumstart. Bereits nach drei Spielminuten musste der inzwischen bei 1860 unter Vertrag stehende Kiraly sein ganzes Können aufbieten um einen Podolski-Fernschuss zu entschärfen. Bei der nachfolgenden Ecke entschied der Referee nach einem Zweikampf auf Strafstoß den „Poldi“ sicher zur Führung verwandelte. Mit der Führung im Rücken erspielte sich vor allem Özil Chancen im Minutentakt, einzig der finale Schuss misslang. Ab Mitte der ersten Hälfte kamen die Gastgeber besser ins Spiel das aber auch nur weil die DFB-Elf etwas in ihren Bemühungen nachließ. Gefährlich wurde es aber nie. Kurz vor der Pause wurde die Handbremse wieder gelöst und schon wurde es gefährlich. In der 43. Spielminute hätte Klose eigentlich das 2:0 machen müssen. Tat er aber nicht und so blieb es bis zur Pause beim 1:0.
Im zweiten Spielabschnitt ging erst einmal gar nichts bei der deutschen Mannschaft so dass die Ungarn das Spiel offen halten konnten ohne allerdings zwingend zu agieren. Nachdem schon zur Pause mit Aogo und Cacao zwei frische Leute ran durften wechselte der Bundes-Jogi nach gut einer Stunde gleich dreifach. Mit den Einwechslungen von Marin, Jansen und Gomez kam wieder etwas Schwung in die Offensivaktionen. In der 69. Minute gelang dem sonst so glücklosen Gomez das vorentscheidende zweite Tor. Ein gehöriger Anteil am 2:0 gebührte allerdings dem kleinen Marko Marin der sich vorher durch die ungarische Abwehrreihen gedribbelt hatte. Nur drei Minuten später gelang Cacao das 3:0. Nachdem er allein auf Kiraly zugelaufen war und ihn umkurvt hatte konnte der Stürmer locker zur Entscheidung einnetzen. Der Drops war gelutscht. Am Ende stand ein souveräner, wenn auch glanzloser Erfolg gegen einen zweitklassigen Gegner der noch höher hätte ausfallen können.
Das Spiel war aus und auch die Laus schien nun langsam wieder auf dem Damm zu sein. Während des Spiels hatte sich sein Gefühlszustand von Dauerpöbler über Nörgler bis hin zu „Ach ich setz mich einfach hin und guck kein Fußball mehr“ verändert. Nun war er wieder fit. Musste er auch denn es galt ja wieder den Rückweg anzutreten. Erst einmal gab es aber die fast schon obligatorische Blocksperre für uns Gäste. Schon während der Partie hatten einige, der dritten Halbzeit sichtlich nicht abgeneigte Personen das Stadion verlassen um sich anderweitig zu vergnügen. Diesen erlebnisorientierten Personenkreis galt es hüben wie drüben von der Straße zu eliminieren. Wurde nach einiger Zeit auch geschafft und so durfte man Meter für Meter das Stadion verlassen. Auf dem Vorplatz hieß es wieder warten und so ging es in Etappen zurück bis zum Keleti. Hier nahm man noch zwei Abschiedsbiere mit der Laus eh sich unsere Wege trennten.
Der Tag nach dem Spiel gehörte der Melse und mir ganz allein. Leider war mit der Laus auch das gute Wetter verschwunden und so entschied man sich für eine Stadtrundfahrt im geschlossenen Doppelstockbus. Ist auch viel bequemer als den ganzen Tag zu laufen. So fuhr man die erste Strecke vom Bahnhof Keleti bis hoch zum Burgviertel. Hier oben angekommen schlenderte man vom Burgpalast über die Matthiaskirche bis hin zur wirklich sehenswerten Fischerbastei. Nach dem der erste Teil abgearbeitet war fing es leider an zu nieseln was uns erst einmal in einen kleinen Supermarkt trieb. Vor dem Markt fand man unter einem Baum ein trockenes Plätzchen so dass der Regen nur noch halb so schlimm war. Hier wurde man Zeuge einer äußerst lustigen Diskussion. Da unterhielten sich gleich mehrere Landsleute über das gestrige Spiel und stellten schließlich fest dass die Stimmung nur so schlecht war weil so viele Touris im Stadion waren und das der DFB doch einen erlebnisorientierten Block und einen Touriblock hätte machen sollen. Zu köstlich. Zwei Getränke und einige Maissnacks später machte man sich wieder auf den Weg zur Bushaltestelle. Schließlich war das Kulturprogramm noch nicht zu Ende. Oben am Gellértberg angekommen hieß es ein zweites Mal aussteigen. Leider schüttete es nun wie aus Eimern so dass nur eine ganz kurze Runde um die Zitadelle und die Freiheitsstatue gedreht wurde. Zehn Minuten später saß ich auch schon wieder im Bus allerdings bis auf die Knochen durchgeweicht. Wieder unten in der Stadt sollte erst einmal etwas gegen den langsam aufkommenden Hunger getan werden. Fündig wurde man schließlich auf einer Kirmesveranstaltung im Stadtwäldchen. Auf diesem Wege konnte gleich noch der Heldenplatz am Ende der unter UNESCO-Weltkulturerbe stehenden Andrássy út abgekreuzt werden. Das Wetter zeigte sich endlich wieder von seiner sonnigen Seite. Leider hatte meine Kamera den Wolkenbruch nicht so gut überstanden und so spann das gute Stück etwas. Ein paar Bilder hat sie dann zum Glück doch noch gemacht. Das Highlight des Stadtwäldchens ist ganz sicher die Burg Vajdahunyad. Nachdem das Burgtor durchschritten war und ein Bild am Denkmal des Anonymus geknipst wurde hatte selbst ich genug von Kultur und Co und so tauchte man ab in die hunderte verschiedener Buden die nicht nur Speis und Trank feilboten. Den Abend ließ man schließlich in einer rustikal eingerichteten Lokalität in der Nähe des Ferenc-Puskás-Stadion ausklingen.
Der Montag stand ganz im Zeichen des Shoppens und Schlemmens. So wurde nach dem Auschecken aus unserem Hotel dem „Arena Plaza“ Einkaufszentrum ein Besuch abgestattet. Der neben dem Keleti Bahnhof gelegene Konsumtempel ist der größte Budapests und einer der größten Ost-Europas. Ich investierte meine verbliebenen Moneten in Panini-Bilder denn die kosteten in Ungarn nur die Hälfte im Vergleich zu Deutschland. Auch mein insgeheimer Wunsch vom Einkaufszentrum aus einen freien Blick auf das ungarische Nationalstadion erhaschen zu können erfüllte sich. Da man sich gestern im Stadtwäldchen bestens amüsiert hatte wurde das Flecken Grün auch heute noch einmal angesteuert. Auf halben Weg passierte man das Ferenc-Puskás-Stadion was mich zu einem neuerlichen Besuch verleitete. Im Gegenzug dafür erhielt ich die Gelegenheit den Ground im leeren Zustand abzulichten. Am Stadtwäldchen angekommen waren leider alle Buden abgebaut und auch die meisten Fahrgeschäfte befanden sich in der Demontage. Also ging es wieder in die Lokalität des Vorabends. Gut gestärkt machte man sich am späten Nachmittag per Trolleybus auf zum Nyugati pályaudvar. Der Fahrpreis wird übrigens beim Fahrer entrichtet der dafür auch mal die komplette Straße lahm legt nur um zwei Fahrscheine aus seiner Tasche zu kramen. So bei unserem Fahrscheinkauf geschehen. Am Nyugati angekommen wurde die restliche Zeit im zweitgrößten Shoppingcenter dem „Westend City Center“ verbracht. Hier fiel uns ein programmähnliches Heftchen in die Hand welches sich mit dem ungarischen Pokalfinale und noch wichtiger mit dem Länderspiel gegen die DFB-Elf beschäftigte. Logisch das alle Exemplare in unseren Besitz übergingen. Bevor es mit dem Vorortzug wieder zurück zum Flughafen Ferihegy gehen konnte musste ich mich am Ticketschalter gegen eine Betteltante zur Wehr setzen. Die huschte immer wieder zwischen den fünf nebeneinander liegenden Automaten hin und her und wollte den Reisenden beim Ticketkauf „behilflich“ sein. Immer im Arm das eigene Kind. Früh übt sich wer erfolgreich betteln will. Die Fahrt verlief dann ohne weitere Probleme selbst ein Schaffner ließ sich nicht mehr blicken. Am Flughafen wurde das letzte Geld in ein paar Stangen Kippen investiert. Gegen 22:15 Uhr erhob sich unser Flieger mit rund 15 Minuten Verspätung in den Budapester Nachthimmel. Direkt nach der Landung in Langenhagen wurde unser Chauffeur kontaktiert. Keine zehn Minuten später stand er mit seiner Limo auf der Matte. Noch vor unserer Germanwings-Crew wurde man zu seinem Wagen gekarrt. Nach weiteren 45 Minuten Fahrtzeit, mittlerweile war es bereits 1 Uhr in der Früh, war man wieder in den eigenen vier Wänden.
Ein wirklich feines Wochenende war mal wieder Geschichte. Morgen oder besser heute ruft schon wieder die Arbeit.
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